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Vorbehalte gegenüber der Cloud

16. Mai 2012

„Die CIOs von morgen sind keine IT-Baumeister, sondern Käufer“, Mette Ahorlu, IDC Research Director European Services.
Frau Ahorlu, noch immer wird Cloud Computing mitunter als unsichere Sourcing-Alternative verstanden. Woran liegt das?
Die Cloud wird in vielen Funktionen gesehen – als Netzwerk, als Rechenzentrum und als Datenspeichermedium. Sicherheitsbelange, die in all diesen Bereichen eine Rolle spielen, rufen selbstverständlich Bedenken hinsichtlich der Integrität der Cloud hervor. Wenn Unternehmen früher ihren IT-Bereich auslagerten, hatten sie immer noch das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Heute gibt es viele Unwägbarkeiten: Man weiß nicht, wer Zugang zu seinen Daten hat, mit wem man den Speicherplatz auf dem Server teilt, wie gut diese vor Verlust, Diebstahl und Manipulation geschützt sind. Eine weitere Sorge betrifft die Frage, wie Unternehmen wieder aus der Cloud herauskommen –, ohne hohe Kosten oder den Wertverlust ihrer Daten zu riskieren.
Welche Rolle spielt das Consulting eines Unternehmens, damit es den Weg in die „richtige“ Cloud findet?
Beratungsunternehmen verfügen über umfangreiche Erfahrung. Sie können Kenntnisse und Fachwissen beisteuern, um eine tiefgreifende Analyse der vorhandenen Anwendungen des Kunden durchzuführen, und entscheiden, welche sich hinsichtlich der Sicherheit, der Technologie und der Geschäftspraxis für die Cloud eignen. Darüber hinaus verfolgen sie einen systematischen Ansatz und setzen spezialisierte Tools ein. Um in diesem Feld wettbewerbsfähig zu sein, müssen Service-Provider verbesserte Beratungsangebote und ehrlichen Rat zur Verfügung stellen. Unternehmen können auf jeden Fall vom Fachwissen eines externen Partners profitieren –, insbesondere wenn es um die Entwicklung von Cloud-Strategien und Roadmaps geht. Und Service-Provider haben die Chance, Organisationen beim Change-Management zu helfen, um sicherzustellen, dass Unternehmen die Cloud optimal nutzen.
Mobilität, Kooperation, Sicherheit als Service: Was glauben Sie, was als Nächstes über die Cloud bereitgestellt wird? Wünschen sich die Nutzer komplexere Anwendungen?
Wir werden hier zahlreiche neue Entwicklungen sehen. Aktuell beobachten wir die zunehmende Nutzung von Produktivitätstools in der Cloud. Die nächsten größeren Einsatzmöglichkeiten sind wahrscheinlich Testing- und Business-Intelligence-Lösungen. Langfristig erwarten wir, dass Unternehmen ihre ERP-Kernsysteme in die Cloud migrieren. Es wird auch einen Trend in Richtung branchenspezifischer Implementierung geben, da immer mehr Unternehmen merken, dass Lösungen von der Stange nicht mehr für jeden ausreichen. Big Data Analysis ist ein weiterer Bereich, in dem Nutzer in Zukunft gerne Unterstützung aus der Cloud bekommen würden.
Was kommt nach dem Cloud-Hype beziehungsweise wann wird die Cloud Commodity?
Die aufgeregte Debatte über die Cloud wird ein Ende finden. Obwohl Cloud Computing als Bereitstellungsmodell an Bedeutung gewinnen und ein akzeptierter, integraler Bestandteil der modernen Unternehmens-IT wird. Ich glaube, der ganze Rummel wird noch das Jahr 2012 hindurch anhalten, vermute aber, Ende 2013 werden wir „Cloud“ kaum mehr zu hören bekommen.
Wie wird sich die Rolle des CIO in Zukunft ändern?
Bisher wurde der IT-Bereich von den CIOs aufgebaut. Die CIOs von morgen werden hingegen Käufer sein, keine Baumeister – indem sie IT-Lösungen als Dienstleistungen kaufen, anstatt sie noch selbst zu entwickeln. Sie werden als Enabler viel businessorientierter sein als heute. Wenn Outsourcing vor allem Wachstum und Business ihrer Unternehmen fördern soll, wird ihre Rolle in der Beschaffung von Services liegen, deren Integration und Management.

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