Zitat
„Um eine möglichst hohe Bandbreite von Teil- nehmern zu generieren, entwickeln wir neue Systeme für eine skalier- bare und nachhaltige Collaboration.“

Jane McGonigal, Trendforscherin

Alternative (Ideen-)Managerin

Die Trendforscherin Jane McGonigal will das Unternehmen von Morgen zu einem endlosen, vernetzten Spielbrett machen, um mehr kreative Energie und Teamgeist freizusetzen.
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Jane McGonigal hat eine Vision: Spätestens Im Jahr 2035 wird erstmals ein Spiele-Erfinder für den Nobel-Preis nominiert! – „Zugegeben, um sich das vorzustellen“, räumt die 32-jährige lachend ein, „muss man Spiele allerdings sehr ernst nehmen“. Genau das tun immer mehr Unternehmen, die die Idee der Trendforscherin verfolgen, „über die Mechanik und Systematik von Spielen auf Lösungen für eine bessere Realität zu stoßen“. Seit 2004 baten allein aus dem Kreis der Fortune Global 500 mehr als ein Dutzend Unternehmen die Wissenschaftlerin vom Institute for the Future (IFTF) in Silicon Valley auf ihre Belange zugeschnittene Spiele zu entwickeln und sie in tagelangen Game-Workshops einer Lösung ihrer „Real-World-Problems“ näher zu bringen.
Spiele als Innovations-Plattform
Wollen sie ihr Networking verbessern oder ihre Collaboration? Stöbern sie nach neuen Kontakten oder externem kreativen Input? – Was so unterschiedliche Auftraggeber wie Microsoft und Intel, aber auch McDonald‘s oder die American Heart Association an der quirligen Lehrertochter aus Pennsylvania und ihrer Firma Avantgame im Gespräch schnell begeistert, ist neben einer soliden Portion Selbstbewusstsein („Wir versuchen nicht, die Zukunft vorherzusagen – wir machen sie“) vor allem, mit welcher Überzeugungskraft sie ihren latenten leichten Schalk im Blick unterfüttert. Ihre Vorstöße zu neuen Betrachtungswinkeln, wie – „Haben Sie mal daran gedacht, dass vernetzte Spielsysteme die vielleicht innovativste Plattform für aussichtsreiche Mass Collaboration sind“ – flankiert sie quasi spielerisch mit schwergewichtigen Kronzeugen. Clevere Taktik. „Wussten Sie, dass es Albert Einstein war, der sagte: ‚Ein Spiel ist die herausragenste Art der Forschung“ – und haben Sie nicht auch Sympathien für den Gedanken des Stanford-Kollegen Nick Yee, der glaubt: ‚Nur in Spielen können Sie Menschen so gut trainieren, immer noch härter zu arbeiten, sich zu quälen und über sich hinaus zu wachsen – und genau das im Nachhinein als Genuss zu empfinden“?
Schmaler Grat zwischen Spiel und Ernst
McGonigal spielt ihre Partie schon seit frühester Kindheit. Im Alter von zehn programmierte sie gemeinsam mit ihrer eineiigen Zwillingsschwester ihr erstes Spiel auf einem C64-Rechner. Seitdem perfektioniert sie als Akademikerin und mit ihrer eigenen Firma die Gratwanderung zwischen elektronischer Unterhaltung und ökonomischem Ernst. Dabei entwarf sie etwa für Microsoft “I Love Bees” und für McDonald´s “The Lost Ring”, eine sechsmonatige, weltweite Schnitzeljagd zu den Olympischen Spielen in Peking in neun Sprachen und 100 Ländern.
Mit ihrer Online-Simulation „Superstruct“ holte sie Ende vergangenen Jahres Mitarbeiter von Procter & Gamble, National Semiconductor, Kraft und Electronic Arts „an einen Tisch“, von dem aus – virtuell versteht sich – tausende Teilnehmer aus aller Welt versuchten, den Planeten im Jahr 2019 vor fiktiven Problemen wie Seuchen, Nahrungsmittelknappheit und politischen Unruhen zu bewahren.

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