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Interview

Olaf Heyden,
Geschäftsführer T-Systems und Leiter ICT-Operations
Micheal Birzele,
Leiter Testfactory und des Client Engineering T-Systems

Zitat

„Wirklich neu ist das klare Rollenkonzept, mit dem wir unsere Managed Workplace Services hinterlegt haben. Mit drei Rollen decken wir mehr als 80 Prozent aller Desktop-PC- und Laptop-Arbeitsplätze eines Unternehmens ab.“
Hagen Rickmann,
Leiter Portfolio & Offering Management bei T-Systems

Fakten

Der langsame Abschied von XP
Neues Tool-Set an Bord
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Prüfung auf Herz und Nieren

Wer auf Windows 7 umsteigen will, muss sich viele Fragen stellen. Sichere Antworten und zuverlässige Risikoanalysen bietet ein Application-Readiness-Test in der T-Systems-Testfactory.
Die Analysten von Goldman Sachs trauen Windows 7 fast magische Kräfte zu. Das neue Microsoft-Betriebssystem trage entscheidend zur Überwindung der Krise in der IT-Branche bei, verkündeten die Investmentbanker Ende 2009. Dies sei auf die steigende Bereitschaft der Unternehmen zurückzuführen, auf Windows 7 zu wechseln. BMW, Ford, Intel oder Eon: Die Liste der Großunternehmen, die den Umstieg besiegelt haben, ist jedenfalls lang. 94 Prozent von 100 befragten CIOs planen laut Goldman Sachs mit Windows 7. Fast ein Drittel davon will schon in diesem Jahr den Wechsel durchführen und weitere 28 Prozent folgen 2011. Höhere Kosteneffizienz und Mitarbeiterproduktivität erwartet beispielsweise Karl-Erich Probst, CIO BMW Group, vom Umstieg auf Windows 7.
Genau wie bei BMW erfolgt der Wechsel auf das neue Betriebssystem aber in den meisten Unternehmen nicht im Blindflug. In Pilotprojekten prüfen sie Windows 7 auf Herz und Nieren. T-Systems hat in Mannheim eine Testfactory aufgebaut, die jedes Jahr rund 3.500 Applikationskompatibilitätstests durchführt. 2009 galt ein Schwerpunkt den Windows-7-Checks. Zum Einsatz kommt ein „Special-Agent-Tool“, ein spezieller „Application Readiness Test, mit dem sich das Risiko eines Wechsels abschätzen lässt. Im Anschluss an den Test erhalten Kunden für jede Applikation ein Testergebnis und eine Empfehlung für das weitere Vorgehen. Leiter der Testfactory und des Client Engineerings bei T-Systems ist Michael Birzele, der weiß, wo es beim Umstieg auf Windows 7 haken könnte.
Herr Birzele, die Prognosen für den geplanten Umstieg der Unternehmen auf Windows 7 sind unterschiedlich. Laut der Berater von Information Technology Intelligence warten knapp 40 Prozent von 1.200 befragten Firmen ab. Unter anderem befürchten sie Kompatibilitätsprobleme.
Birzele: XP hat mit Windows 7 einen würdigen Nachfolger gefunden. Trotzdem muss ich denen Recht geben, die nicht überstürzt umsteigen wollen. Seit XP oder Vista hat sich so viel auf dem Softwaresektor getan, dass garantiert nicht alle Programme reibungslos mit Windows 7 harmonieren werden. Wir haben in bisherigen Tests eine durchschnittliche Inkompatibilitätsquote von etwa 16 Prozent festgestellt. Das heißt positiv umgekehrt: Immerhin vier von fünf Anwendungen laufen reibungslos auf dem neuen Betriebssystem. Dies ist eine sehr gute Quote.
Welche Fragen stellen sich für den Umstieg? Bestehen besonders viele Probleme mit Individualsoftware?
Birzele: Wer umsteigen will, muss sich viele Fragen stellen: Sind meine individualisierten Office-Produkte oder die Business-Applikationen wie etwa SAP, Siebel, Navision oder Archive unter Windows 7 lauffähig? Funktionieren unsere Hardware-Treiber dann noch? Welche Applikationen laufen einwandfrei und welche müssen angepasst werden? Bis hin zu der Frage, ob im Zuges des Umstiegs die Hardware getauscht werden muss. Generell macht Individualsoftware in Kombination mit anderen Applikationen auf dem Workplace die meisten Probleme (Interoperabilität). Die Eigenentwicklungen müssen im Vorfeld sehr genau untersucht und vor einer Migration bewertet werden. Wer sich aber stark an der typischen Microsoft-Welt orientiert hat, hat es auch hier einfacher.
Was können die Unternehmen mit den Programmen tun, die nicht so richtig unter Windows 7 laufen wollen?
Birzele: Hier bieten sich Virtualisierungslösungen an. Mit Microsoft Enterprise Desktop Virtualization (MEDV) oder auch der Application Virtualization (APP-V) können Unternehmen ihre geschäftkritischen Applikationen kurzfristig lauffähig machen. Es gibt dabei sicherlich keinen Pauschalansatz. Die Empfehlung für unsere Kunden lautet daher, sich der Lösung aus der Sicht der Standardisierung und des End-Anwenders zu nähern.